Wie der eCommerce die Modebranche verändert

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12 Jul Wie der eCommerce die Modebranche verändert

Das Kundenverhalten hat sich angesichts der Digitalisierung enorm verändert. Auch in der Modebranche hält die neue Ära Einzug und lässt die Offices der Modefirmen eher wie riesige IT-Kontrollzentren aussehen: unzählige Computer, und riesige Bildschirme an den Wänden für eine kontinuierliche Steuerung und Überwachung der Waren- sowie Informationsflüsse.

 

Neben den Big Playern wie Amazon und Zalando sind es vor allem die Kunden, die mit der Smartphone-Nutzung der Modebranche das Tempo und die Richtung diktieren. Durch das World Wide Web wird Mode ortsunabhängig 24/7 zugänglich und erschwinglich. Dies führt zu immer mehr Ladenschließungen, Arbeitsplatzverlusten und einer sinken Vielfalt eines jeden Kleinstadtbildes.  Oliver Samwer, einer der wohl bekanntesten deutschen Internet-Unternehmer und Zalando-Investor formulierte treffend: „Geschäfte sind Mittelalter. Sie wurden nur gebaut, weil es kein Internet gab“.

 

Zara & Co. machen es vor

Auch die Industrie bleibt vom Kampf ums Überleben nicht verschont. Besonders im Luxus-Bereich bricht einigen Herstellern, wie bspw. Richemont oder Burberry der Umsatz ein. Aber auch die Mittelklasse bekommt den Wandel deutlich zu spüren.

Um die Kundenbedürfnisse bestmöglich abzudecken ist eine Kombination aus stationärem Handel und E-Commerce gefordert.

Vertikale Hersteller wie H&M, Zara oder Primark sind die Gewinner. Sie vereinen vom Design der Mode bis hin zum Verkauf alle Schritte in einer Hand und erreichten in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 60 % Umsatzwachstum.

Bereits heute werden 20% aller Modeartikel im Internet gekauft und in vier Jahren sollen es bereits 50% sein. Das Angebot wird besonders durch ausländische Anbieter bestimmt. Ein breites Angebot, unterschiedliche Bezahlmöglichkeiten, diverse Angebote, ein nonstop erreichbarer Service: eine Selbstverständlichkeit für den Kunden.

Die rasante Entwicklung zeigt sich besonders beim Onlineshopping mit dem Smart-Phone. 2011 wickelten 5% ihre Einkäufe bei Zalando über das Handy ab, im Jahr 2015 waren es bereits 56%.

Das Zusammenspiel von eCommerce und stationärer Handel ist ausschlaggebend

Jedoch ist deutlich hervorzuheben, dass der reine Vertrieb über den Onlinehandel nicht ausreicht. Um die Kundenbedürfnisse bestmöglich abzudecken ist eine Kombination aus stationärem Handel und E-Commerce gefordert. Zumal Kunden ihre Waren häufig nach einer Internet-Recherche im Geschäft kaufen, sich in physischen Stores inspirieren lassen, um im Anschluss online zu bestellen oder die bestellte Ware im Geschäft abholen.

Wehmut kann geäußert werden, doch entscheidet man mit jedem Klick die Zukunft.

Entgegen der unbegrenzten Kommunikation durch den Online-Handel scheint die Mode selbst hingegen immer mehr in Einfachheit überzugehen. Einkäufer gehen weniger Risiken ein. Sie setzen auf Basics und Bestseller von großen, etablierten Marken. Designern bleibt keine Zeit für Inspiration. Wo sich früher drei Wochen für die Kreation eines Kleidungsstücks genommen wurde, werden heute in dieser Zeit ganze Kollektionen produziert.

Das Onlinegeschäft entwickelt sich immer mehr zu einem Oligopol, das durch Amazon, Otto und Zalando dominiert wird. Amazon will sich bis 2020 auch in der Modebranche etablieren. Rund 25% der Unternehmen haben die digitale Transformation noch nicht erkannt und werden durch die Versäumnisse, einer Marktbereinigung zum Opfer fallen. Es müssen demnach traditionelle Geschäftsmodelle und Marketingmethoden in Frage gestellt und der neuen Generation der Digital Natives angepasst werden. Wehmut kann geäußert werden, doch entscheidet man mit jedem Klick die Zukunft.

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